Demonstranten mit schwarzen Masken und roten Tüchern, die eine rot-schwarze Fahne und Banner mit der Aufschrift "Naši zbraní je solidarita" halten, bei einer Protestaktion vor historischen Gebäuden, die eine politische Botschaft gegen Krieg und für Solidarität in Europa vermitteln.

Der Blick geht in die andere Richtung. Gegenverkehr schaut auf Mittel-, Ost- und Südosteuropa nicht als vermeintlich einheitliche Region oder Peripherie. Im Mittelpunkt stehen die Macht- und Eigentumsverhältnisse, die Prag und Kyjiw, Warschau und Belgrad, Budapest und Sarajevo mit Deutschland und Westeuropa verbinden.

Es geht um Arbeit und Kapital, Wohnen und Migration, politische Konflikte und gesellschaftliche Kämpfe – und vor allem um die Menschen, die diese Verhältnisse erleben, aushandeln und verändern.

Ian Nadge schreibt über und aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Er lebte mehr als drei Jahrzehnte in Tschechien sowie längere Zeit in Ungarn und der Ukraine und ist bis heute regelmäßig in diesen Regionen unterwegs.

Seine Texte entstehen oft aus Begegnungen – auf Demonstrationen, in Wohnsiedlungen und Betrieben, auf Reisen oder bei langen Gesprächen. Ihn interessiert Politik dort, wo sie konkret wird: im Alltag von Arbeiter*innen, Mieter*innen und Menschen, deren Erfahrungen in den großen politischen Erzählungen oft verschwinden.